Entspannungstechniken für mehr Gelassenheit im Job

Qi Gong & Tai ChiPrinzipien der Aufmerksamkeit, Sensibilität, Verwurzelung und Mühelosigkeit

Im Teil 1 unseres Tai Chai und Qi Gong Beitrages ging es vorrangig um den Nutzen dieser Entspannungstechniken. Im heutigen 2. Teil nehmen wir die Herangehens- und Funktionsweise von Tai Chi und Qi Gong etwas genauer unter die Lupe. 

Wie wirken Tai Chi und Qi Gong auf den menschlichen Körper? 

Angesichts ihrer Vielschichtigkeit sind Tai Chi und Qi Gong in den Blickwinkel der westlichen Wissenschaft gerückt. Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien zu einzelnen Aspekten und Wirkungen unter anderem auf das Immunsystem, bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Tinnitus, Diabetes oder Erkrankungen des Bewegungsapparates. Schwierig dabei ist, die Komplexität dieser Übungssysteme im Ganzen zu untersuchen. Verbindungen und Zusammenhänge werden daher auch in Forschungsgebieten wie der Psychosomatik, der modernen Faszienforschung, der Neurobiologie oder der Resilienzforschung untersucht.  

Ein weiterer Schritt beim Verstehen der Herangehensweise der Traditionellen Chinesischen Medizin und Ihrer Bestandteile wie dem Qi Gong ist mit der Entwicklung des Modells der Salutogenese (individueller Entwicklungs- und Erhaltungsprozess von Gesundheit) gelungen. Es wurde vom Soziologen Aaron Antonovsky ab den 80er Jahren begründet. In der Gesundheitsdefinition der World Health Organization (WHO) wird unter anderem die Abwesenheit von Krankheit als Merkmal beschrieben.  

Nach dem Modell der Salutogenese gibt es keine Trennung zwischen Gesundheit und Krankheit mehr, sondern eine Gleichzeitigkeit von gesunden und kranken Anteilen, die im Verhältnis zueinander variieren. Das bedeutet jeder ist weder vollkommen krank oder vollkommen gesund.   Gesundheit ist nicht als Zustand, sondern als Prozess zu verstehen. Damit rückt, wie in der TCM, der individuelle Entwicklungs- und Erhaltungsprozess von Gesundheit in den Vordergrund. Entspannungstechniken wie Tai Chi und Qi Gong können diesen Prozess unterstützen. 

Petra Heiße, eine unserer Entspannungsexpert:innen, 
praktiziert seit 26 Jahren Tai Chi und Qi Gong. Sie weiß, welche Wirkung diese beiden Entspannungstechniken auf Körper, Geist und Psyche haben.

Qi Gong und Tai Chi basieren auf Prinzipien wie Aufmerksamkeit, Sensibilität, Verwurzelung und Mühelosigkeit.  

Wie funktionieren die Entspannungstechniken Tai Chi und Qi Gong? 

Aktive Entspannung setzt die Aufmerksamkeit der äußeren Umwelt und der eigenen Person gegenüber voraus. Ruhige Beobachtung und Aufmerksamkeit werden mit dem Bild des Kranichs dargestellt. Dieser steht vollkommen ruhig am Seeufer, dennoch ist er ganz aufmerksam und reagiert blitzschnell auf einen vorbeischwimmenden Fisch. Wahrnehmung birgt die Chance zur Veränderung, der erste Schritt auf dem Weg zur Ruhe und Entspannung.  

Mit fortschreitendem Üben wächst die Sensibilität für die eigenen Grenzen und die eigene Mitte wird wieder gefunden. Die erlernten Prinzipien helfen, dem Alltag mit mehr Gelassenheit zu begegnen. Das ist die Ausgangsbasis für die Selbstheilungskräfte im Körper. 

Tai Chi und Qi Gong halten viele Übungen bereit, die sich mit dem richtigen Stehen und Verwurzeln beschäftigen. Ein Baum mit starken Wurzeln kann eine lebendige, weit verzweigte Krone entwickeln. Wenn die Energie nach unten sinkt, verringert sich  die Kopflastigkeit. Verspannte Schultern, Nackenbeschwerden, Kopfschmerzen, etc. sind ein Zeichen für zu viel oder blockiertes Qi (Lebensenergie) im Oberkörper oder Kopf.  

An dem Prinzip der Mühelosigkeit orientieren sich letztendlich alle Bewegungen und Übungen. Im Daoismus („Lehre des Weges“; chinesische Philosophie und Weltanschauung) wird hierfür häufig das Bild des Wassers verwendet. Laotse (chinesischer Philosoph, 6. Jahrhundert v. Chr.) sagte: „Nichts in der Welt ist weicher und schwächer als Wasser. Und doch gibt es nichts was wie Wasser Starres und Hartes bezwingt. Unabänderlich strömt es nach seiner Art.“ 

Und es gibt noch viel mehr zu erfahren: 
Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.  

“Für mich beinhaltet das Üben auch heute noch, neben dem körperlichen Wohlfühlen, viel Experimentieren, Erleben und Staunen. Ich bin immer wieder überrascht von den Wirkungen einfachster Übungen”, so Petra Heiße. Sie praktiziert über 20 Jahre die Entspannungstechniken Tai Chi und Qi Gong.

So alt wie die Techniken sind, so abwechslungsreich sind sie auch – von einfachen Dehnungs- und Lockerungsübungen im Stehen, Sitzen und Liegen bis zum Kampfkunst Qi Gong der Shaolin. Außerdem sind genauso wandelbar und vielschichtig in ihrer Komplexität ihrer Ausführung – von der einfachen Konzentration auf Körper oder Atmung über meditative Übungsanleitungen bis zur philosophischen Einbettung im Gesamtkosmos.  

Bist Du neugierig geworden? Kontaktiere uns – wir begleiten Dich gerne auf Deiner Reise zu Deiner körperlichen und geistigen Fitness.

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