Wirkung durch Lachen

Interview mit Christine Hesse – ein Blogbeitrag von Sabine Weiß

Sabine Weiß hat einen kommunikationswissenschaftlichen Master und beschäftigt sich überwiegend mit Psychologie, Empathie und Körpersprache.
Sabine Weiß hat einen kommunikationswissenschaftlichen Master und beschäftigt sich überwiegend mit Psychologie, Empathie und Körpersprache.

Sabine Weiß ist Sozialpädagogin. Die 28-jährige ist seit zwei Jahren selbstständig. Auf ihrem Blog Mindsetkollektiv gibt sie Impulse für eine gelingende Persönlichkeitsentwicklung und berät Selbstständige und Unternehmer zu ihrer Außenwirkung. Ihre Idee, inspirierende Interviews über Wirkung zu führen, kam aus dem Gedanken heraus, ein neues Statement zu setzen. In einer Welt voller Selbstoptimierung und Vergleiche ist der Fokus auf die eigene Persönlichkeit und eine authentische Ausstrahlung der einzige Weg zu nachhaltigem Erfolg. 
Ihre erste Interviewreihe nimmt Dich in die Perspektive der Wirkung mit:

Wirkung ist ein breit gefächertes Thema – bei dieser Reihe dreht sich alles um deine Außenwirkung. Gerade in unserer globalisierten, digitalisierten Welt haben wir oft nur wenig ZeitAndere auf ehrliche, authentische und nachhaltige Weise von uns zu überzeugen. Die nicht-so-gute Nachricht: Der Erste Eindruck zählt. Zumindest solange, bis Du mehr Zeit bekommen hast, um tiefergreifend zu überzeugen. Die gute Nachricht: Die persönliche Wirkung auf das Umfeld ist durch viele Faktoren beeinflussbar. So wird deine Außenwirkung zu deiner Visitenkarte, deinem Closing-Argument, deinem bleibenden Eindruck und deinem Türöffner.

Sabine Weiß‘ Mission ist es, Dir mit ihren Beiträgen neue Inspiration für Deine Außenwirkung zu geben. Also let’s go:

# 1: Der Faktor Lachen.

Dafür habe ich mit Christine Hesse gesprochen. Sie wohnt in Weimar, ist selbstständige Videografin und Produzentin, Journalistin und Onlineredakteurin. Als Hatha und Lachyoga-Leiterin ist sie Teil der AGILenLIGA, einem Kompetenznetzwerk für ganzheitliches Betriebliches Gesundheitsmanagement und gesunde Führungskultur in Thüringen. Christine verrät, wie wichtig Lachen im Business ist, wie Du dich vor Shootings entspannst und welche Wirkung Lachyoga für deinen Körper hat.

Mindsetkollektiv (M): Wie kam es denn dazu, Lachyoga anzubieten?

Christine (C): Ich liebe es zu lachen und ich liebe es, das Leben humorvoll anzugehen. Es gibt genügend Dinge, die täglich auf uns einströmen, die eine Last und Schwere mit sich bringen und um diese auszubalancieren, gehe ich mit Leichtigkeit ins Leben und lache sehr viel.

M: Ich finde auch, man kann ja nie genug lachen. Welche Rolle spielen dann Humor und Lachen in deinem Leben, welchen Einfluss merkst Du?

C: Ich nehme mich selbst nicht so ernst und liebe es mit Humor die alltäglichen Dinge anzugehen. Ganz besonders die Momente, die mir nicht leicht fallen, gehe ich humorvoll an; schon sind diese einfacher zu bewältigen. Der Beginn eines Tages entscheidet über meine Grundstimmung: wache ich morgens mit trüben Gedanken oder mit einem Lächeln auf? Entsprechend bleibt meine Gemütsverfassung. 

M: Das heißt, ich selbst habe Einfluss darauf, denn ich entscheide täglich neu über mein innerliches Wetter. 

C: Genau. Das kann ich bewusst steuern. Ein Spiegel unterstützt beim Üben: Lächelst Du dich selbst an, bewirkt das automatisch etwas positives in dir. Demzufolge ändert ein Lächeln oder Lachen deine grundsätzliche Stimmung. 

M: Ja, das mache ich oft vor einem wichtigen Termin. Du bist Lachyoga-Leiterin und kennst den Unterschied zwischen Lachen und Lächeln. Ich frage mich, ob Lachyoga ernst genommen wird, da es durchaus lustig klingt. Würdest Du sagen, dass dich viele belächeln, wenn Du von Lachyoga erzählst?

C: Es gibt solche und solche Stimmen. Manche können damit nichts anfangen und das ist total in Ordnung, jeder hat einen anderen Geschmack. Lachyoga ist ein “Fun-Sport” und mit Muskelkater in Verbindung zu bringen und es hat sehr viele Auswirkungen auf den ganzen Körper. LachYOGA heißt es, weil die tiefe Atmung aus dem Yoga dabei ist. Es hat sehr viele positive Auswirkungen auf den ganzen Körper. Lachyoga heißt es, weil die tiefe Atmung aus dem Yoga dabei stammt. Der Körper nimmt durch das Lachen viel mehr Sauerstoff auf.

Der Körper unterscheidet nicht zwischen absichtlich oder spontan erzeugtem Lachen, es ist ihm egal. Beim Lachen werden 200 Muskeln bewegt. Eine Minute intensives Lachen verbraucht so viel Energie, wie zehn Minuten Joggen.

Trainiert man regelmäßig sein Lachen, können viele positive Effekte erreicht werden: Zum Beispiel kann eine andere Außenwirkung erreicht werden, man wird humorvoller, geht leichter mit Stress und den Dingen um, die auf das Leben einprasseln und bleibt gelassener. Das fühle ich immer wieder. Ob Lachyoga oder Hatha Yoga, beides bewirkt mehr Gelassenheit in mir, da ich schneller meine Mitte finde und den auf mich einwirkenden Stress abbaue, der natürlich auch durch die Medien erzeugt wird. Ich atme jeden Tag intensiv und bewusst, mit yogischen Atemübungen (Pranayama) führe ich meinen Körper und Geist zusammen und stärke zudem meine Lungen.

M:  Ich hatte schon immer das Gefühl, ob man schreit oder lacht, alles hat eine Auswirkung auf die Situation danach. Zum Teil hast Du meine nächste Frage schon beantwortet; was passiert, wenn wir lachen?

C: Beim Lachen schütten wir Endorphine aus. Lachyoga baut Stress ab, steigert die Humorfähigkeit und somit auch die Fehlertoleranz, stärkt die Rumpfmuskulatur und Lungen, senkt den Blutdruck und reduziert zugleich Schmerzen. Wenige Lachyoga-Übungen am Tag – 10 bis 20 Minuten – verbessern für mindestens 24 Stunden die Stimmung in einem selbst. Das spüren auch die Menschen, denen ich begegne.

M: Es hört sich auf jeden Fall so an, als sollte man sich eher fragen: “Kann ich mir erlauben, NICHT Lachyoga zu machen?” Sehr spannend… Bekommst Du selbst oft mit, wie Du auf andere wirkst? Welche drei Worte fallen dir dazu ein?

C:  Sympathisch, offen und wie ein Willkommensgruß für mein Gegenüber, sich auch zu öffnen.

M: Was denkst Du, wo ist für deine Kunden und Klienten deine Wirkung am größten? Denn im beruflichen Kontext geht es ja immer um Vertrauen.

C: Absolut. Gerade im Business sind viele Menschen sehr im Kopf. Öffnet man durchs Lachen sein Herz, ist man natürlich viel aufgeschlossener für das, was kommt. Nehmen wir zum Beispiel einen Vertragsabschluss. Es ist wichtig, seinem Vertragspartner offen entgegen zu treten. Man spürt, ist mein Gegenüber „verkopft“ oder offen für meine Belange? Kommt man lachend in die Situation, findet man viel schneller einen gemeinsamen Konsens. „Füttert“ man sich selbst mit positiven Dingen vor einem Meeting oder Vertragsabschluss, kann das in einen guten Fluss geraten und zu einem guten Abschluss kommen.

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